• Quelle/Lizenz



    Ein Zeitungskiosk in der Turaner Innenstadt. Hier gibt es Zeitungen und Zeitschriften aus dem In- und Ausland: die Turanische Allgemeine Zeitung etwa oder die NDW. Bei Alteingesessenen hat sich "Ottis Kiosk" zu einem äußerst beliebten Treffpunkt entwickelt. Auch bekannte Politiker kommen hier öfter vorbei, um sich zu informieren und vielleicht den einen oder anderen Imbiss zu sich zu nehmen. Kioskbetreiber Otti, ein Turaner Original, ist stets bestrebt, neue Publikationen in sein Sortiment aufzunehmen.


    Sigurd Thorwald
    Generaladministrator

    77
    "Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht."

    "Politischer Stillstand ist der Untergang eines jeden staatlichen Gemeinwesens!"

    "Einer, der Gott leugnet, gleicht einem, der die Sonne leugnet; es nutzt ihm nichts, sie scheint doch."

    Julius Langbehn

    "An Gott glauben nur diejenigen nicht, die ein Interesse daran haben, dass es keinen geben möchte."
    Francis Bacon

  • Die NDW reserviert sich schon einmal den besten Platz im Kiosk


    Geschäftsführer Volkssternwarte Turanien vGmbH
    Chefredakteur der NDW
    Bürgermeister von Gizdal

    Vereinspräsident FC Gizdal

  • Sigurd Thorwald
    Generaladministrator

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    "Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht."

    "Politischer Stillstand ist der Untergang eines jeden staatlichen Gemeinwesens!"

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    Julius Langbehn

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    Francis Bacon

  • Kauft sich eine Zeitung...

    Zitat

    Keine weihnachtliche Beleuchtung im Palament


    Was wohl der berühmte Staatshund Pali dazu sagen würde...?

    Intelligenz hat in der Politik nichts zu suchen
    (Londo Mollari)

  • Geschäftsführer Volkssternwarte Turanien vGmbH
    Chefredakteur der NDW
    Bürgermeister von Gizdal

    Vereinspräsident FC Gizdal

  • Gesetzessprecherin (Lögmaður) des Neuturanischen Allthing
    Föderationsbeauftragten für den Friedensprozess in al-Bathía
    Föderationsministerin ohne Geschäftsbereich
    Stellvertreterin des Präsidenten der Föderation
    Präsidentin der turanischen Föderation a.D.


    Lebensmotto:
    Ef Vestrejya gengur vel, erum við allt í lagi.

  • Liest die aktuelle NDW und staunt über das neue Layout. Als er zu den Vorwürfen kommt, er habe ein Alkoholproblem, stockt ihm beinahe der Atem.


    Eine Unverschämtheit, was dieses Schmierenblatt da verzapft! :cursing:

    Sigurd Thorwald
    Generaladministrator

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    "Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht."

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    Julius Langbehn

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  • Ausgabe 14/290 – Montag, 15. Dezember 2014 – 111. Jahrgang




    Odinsson ist nicht zu schlagen
    Amtsinhaber ist einziger Kandidat für kommende Präsidentenwahl


    TURAN (taz) – Das hat es seit mehreren Wahlperioden nicht mehr gegeben: Nur ein einziger Bewerber tritt bei der kommenden Präsidentenwahl an – Amtsinhaber Thor Odinsson. Damit steht bereits jetzt fest: Turaniens alter Regierungschef wird auch sein neuer sein. Politische Kontrahenten sahen offenbar keine Chance, den aalglatten Odinsson zu schlagen. Die vestreyische Gesetzessprecherin Sigrid Sigurdsdottir zog ihre Kandidatur kurzfristig zurück. Die Wahllokale öffnen am 18. Dezember 2014 um 8 Uhr und schließen am 22. Dezember 2014 um 18 Uhr. Pünktlich zu Weihnachten wird Odinsson dann wohl seine dritte Amtszeit antreten.


    Verfassungsrechtlicher Schlag ins Gesicht
    Bürgermeister pfeift auf Pressefreiheit – Wem gehört das Skelett von Gizdal?


    GIZDAL (taz) – Der Gizdaler Bürgermeister Thomas Gizblo (parteilos) hält offenbar wenig von der verfassungsrechtlich garantierten Pressefreiheit. Wie erst jetzt bekannt wurde, verweigerte der Politiker einem Kamerateam des privaten turanischen Fernsehsenders TuraTV vor wenigen Wochen grundlos ein Interview. Einem übel beleumundeten Boulevard-Journalisten erteilte er dagegen bereitwillig und ausführlich Auskunft. "Eine Frechheit", kommentierte TuraTV-Chefreporter Günther Strauch im Gespräch mit unserer Zeitung. Hintergrund der Presseanfrage war der Fund eines kopflosen Skeletts in einer Höhle nahe der nordturanischen Kleinstadt. Bislang ist völlig unklar, aus welcher Zeit die Knochen stammen und ob sie möglicherweise einem Mordopfer gehören. Gerüchte, man habe an anderer Stelle auch einen Schädel gefunden, konnten noch nicht bestätigt werden.


    Expedition nach Bengali gestartet
    Exzentrischer Abenteurer sucht auf Salvagiti vergessene Schätze und unbekannte Völker


    TURAN (taz) – Der bekannte Abenteurer und Weltreisende Enzo von Königsmarck ist mit einer Expedition nach Bengali gestartet. Das Unternehmen, das dem Vernehmen nach vom turanisch-ascaaronischen Tuwa-Konsortium mit 100.000 Tura unterstützt wird, will in dem Land im Westen Salvagitis nach archäologischen Schätzen und bislang unbekannten Kulturen suchen. Erst kürzlich waren Wissenschaftler des Tuwa-Konsortiums, das vor Ort Rohstoffe abbaut, auf die Ruinen einer Kultstätte unbekannten Alters gestoßen. "Ein höchst interessanter Anknüpfungspunkt" ist das für von Königsmarck. Der 56-Jährige, der als Exzentriker gilt, wurde in den frühen 1990er Jahren durch Reisebücher wie "Durchs wilde Farnestan", "Himmelhunde auf Südwest" und "Im Reich des gelben Drachen" bekannt.


    Kommt jetzt die Föderationsliga?
    Turanischer Fußballbund will nationale Spielklasse einführen


    TURAN (taz/spd) – Eine föderationsweite Fußballliga steht offenbar kurz vor der Verwirklichung. Bei einem Spitzentreffen von Vereinsfunktionären mit dem Präsidenten des Turanischen Fußballbundes (TFB), Baldur Dreißiger, in Turan habe das Projekt bereits eine grundsätzliche Zustimmung erfahren. Unklar ist noch, wie viele Mannschaften in der neuen "Föderationsliga" spielen werden und wie die Qualifikation aussehen wird. Dreißiger machte jedenfalls deutlich, dass die Verantwortlichen im TFB "eine solche Liga ausdrücklich begrüßen" würden. Bislang wird die Fußballmeisterschaft der Föderation in einer Meisterschaftsendrunde ausgespielt. In zwei Fünfer-Gruppen treten die neun regionalen Landesmeister sowie der Zweitplatzierte der Großturanien-Liga gegeneinander an. Die beiden Gruppenersten bestreiten dann ein Endspiel. Sportexperten hatten diesen Modus, der seit Einführung der Meisterschaft 1915 nur wenige Änderungen erfuhr, wiederholt als "nicht mehr zeitgemäß" bezeichnet.


    Glücklicher Sieger Aarburg
    Energie tut sich schwer gegen starke Neuturanier


    AARBURG (spd) – Überraschend schwer hat sich Nordturanien-Meister Energie Aarburg beim Testspiel gegen den FC Vinarfjall getan. Gegen starke Neuturanier gelang der Energie erst in der Nachspielzeit der Siegtreffer zum 3:2-Endstand. Vinarfjall begann temporeich, erspielte zahlreiche Torchancen und war streckenweise klar die bessere Mannschaft. In der 17. Spielminute wurde das gute Kombinationsspiel der Gäste belohnt: Attli Ewaldson traf zum 0:1. Erst kurz vor der Pause (43.) egalisierte Max Jutte für die Hausherren. In der zweiten Hälfte begegneten sich beide Teams lange Zeit auf Augenhöhe. In Minute 67 donnerte Energie-Jungstar Suleiman al-Islam, erst Anfang des Monats aus al-Bathía gekommen, den Ball unhaltbar für FC-Schlussmann Hans Grimsson in die Maschen. Den erneuten Ausgleich erzielte Magnus Gudmundsson durch einen Freistoß (71.), nachdem Johann Johannson kurz vor der Strafraumgrenze von Lars Standfest rüde von den Beinen geholt wurde. Neun Minuten später war Schluss für Johannson, der sich bei der Aktion offenbar verletzt hatte. Für ihn kam Stürmer Bertram Lindkönig – und mit ihm neuer Druck auf das Energie-Tor. Man merkte: Der FC wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen. Am Ende aber bewies Aarburg besseres Durchhaltevermögen. Jutte machte in der 92. Minute der Sack zu. Für Energie war die Partie das letzte Spiel vor der Winterpause. Die Insulaner müssen am 1. Januar noch einmal ran: Vor heimischer Kulisse empfangen sie die Überraschungsmannschaft der Großturanien-Liga, die TSG Hopfenheim.

    Sigurd Thorwald
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  • Offiziell erscheint sie erst am Samstag, doch an den Zeitungskiosken des Landes ist sie in aller Regel spätestens am Freitag zu erhalten: die kirchliche Wochenzeitung "Katholisches Wort". Seit 1927 wird sie vom Königsberger Augustinusverlag im Auftrag der turanisch-katholischen Bischöfe produziert. Zuvor (seit 1894) war "Das katholische Wort" die "amtliche Verlautbarungsschrift der Kirche von Königsberg". Heute sitzt in jedem Bistum Turaniens eine Regionalredaktion, die den lokalen Innenteil des Blattes verantwortet. Der überregionale Teil, der sogenannte Mantel, ist in allen Ausgaben weitgehend identisch. Zum vierten Advent erscheint traditionell eine Weihnachtsdoppelnummer.



    Kein Weihnachtsfrieden überall
    Patriarch wünscht Turaniern ein gesegnetes Fest der Geburt Christi


    KÖNIGSBERG (kw) – Patriarch Johannes Anasthasius Kardinal Hartung, der Erzbischof von Königsberg und Primas von Turanien, wünscht allen turanischen Staatsbürgern – ganz gleich, welcher Religion sie angehören – ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. „Die Gnade des Herrn sei mit Ihnen allen“, schreibt das Oberhaupt der turanischen katholischen Kirche in seinem Hirtenbrief zum Fest der Geburt Jesu Christi. Auch in diesem Jahr, klagt der Erzbischof, herrsche nicht überall der von Gott gewollte weihnachtliche Friede: „Viele Menschen leiden unter Kriegen, Hungersnöten und sozialer Ungerechtigkeit.“ Insbesondere verwies Hartung auf die bewaffneten Konflikte in al-Bathía, Farnestan und dem Königreich Kush. Jeder Christ sei angehalten, diese Menschen und ihr schweres Los nicht zu vergessen.


    „Der Staat steht in der Pflicht“
    Bischof Wölkchen fordert bessere soziale Absicherung für Arbeitslose


    TURAN (pbt) – Eine bessere soziale Absicherung für Arbeitslose in der Turanischen Föderation hat der neue Turaner Bischof Reinhold Maria Wölkchen gefordert. „Laut der Verfassung ist die Sozialversicherung Angelegenheit der Föderation, nicht der Länder“, sagte Wölkchen. „Sie muss dringend etwas tun. Die städtische Arbeitslosenhilfe ist nicht ausreichend.“ Hintergrund der Forderung ist ein Besuch des Bischofs in einer Obdachlosentafel am Stadtrand der Hauptstadt. Der Bischof hatte sich dabei von zwei Obdachlosen erfahren, dass diese „vom Amt nur 150 Tura erhalten“. „Mir war gar nicht bewusst, mit welchen Almosen manche Arbeitslose abgespeist werden“, kritisierte Wölkchen.


    Ungeheuerliches Sakrileg!
    Unbekannte schänden Tabernakel in Klausenburger Kirche


    KLAUSENBURG (kw) - Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Sonntag eine Kirche im ostturanischen Klausenburg geschändet. Der Pfarrer der Gemeinde, Bernward Meuserich, berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, die Täter hätten zunächst eine der Kirchentüren aufgebrochen, dann mehrere Spendendosen geleert und demoliert und schließlich den Tabernakel geöffnet, um seinen Inhalt im gesamten Altarraum zu verteilen. "Von einer Marienstatue schlugen sie sogar Teile des Goldschmucks ab", klagt Meuserich. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ob ein politisches Motiv für die Tat vorliegt, ist noch unklar.


    Johannes Anasthasius Kardinal Hartung :bischof:
    Patriarch von Königsberg
    Primas von Turanien

  • Sigurd Thorwald
    Generaladministrator

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    "Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht."

    "Politischer Stillstand ist der Untergang eines jeden staatlichen Gemeinwesens!"

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    Julius Langbehn

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    Francis Bacon

  • Wie meinen ?
    Wurde versehendlich etwas erfundenes zitiert oder zitiertes erfunden ?

    Geschäftsführer Volkssternwarte Turanien vGmbH
    Chefredakteur der NDW
    Bürgermeister von Gizdal

    Vereinspräsident FC Gizdal

  • Es ist der 2. Januar 2015, der erste Werktag des neuen Jahres. In den Zeitungskiosken liegt Ausgabe 1/2015 der TAZ. Zum Jahreswechsel erscheint die Turanische Allgemeine in neuem, modernisierten Layout. Aufmacher ist ein Exklusiv-Interview mit dem Islamistenführer aus Farnestan, Mullah Rahman.


    Ausgabe 15/001 – Freitag, 2. Januar 2015 – 112. Jahrgang



    „Allah möchte nicht, dass Unfrieden unter den Nationen herrscht“
    Einblicke in eine Diktatur: Islamisten-Führer aus Farnestan im Exklusiv-Interview


    NATUL (jm) – Rund fünf Jahre ist es her, da eroberte die radikalislamische Bewegung der Modschtahid-i-mobarez (etwa: kämpfende Geistliche) die farnestanische Hauptstadt Natul. Zuvor war die Vereinigte Islamische Republik von al-Bathía und Farnestan nach einer Reihe von verheerenden Naturkatastrophen zusammengebrochen. Mit Modschtahid-Führer Mullah Rahman sprach jetzt unser Mitarbeiter Jack McGee.


    Mullah Rahman, nicht nur in Turanien rätselt man über Ihre Bewegung. Was sind die Ziele der Modschtahid?
    Ziele? Was reden Sie hier von Zielen? Halten Sie uns für eine Partei, die ein politisches Programm umsetzen müsste? So ein Unsinn! Wir haben keine Ziele, wir haben Erwartungen. Als gläubige Schiiten erwarten wir die Wiederkehr des verborgenen zwölften Imams, Mohammed al-Mahdi, der die ganze Welt zum wahren Glauben an Allah, den Allbarmherzigen - gepriesen sei sein Name - führen wird. Sein Kommen bereiten wir vor, seinen Weg ebnen wir. Nichts weiter.


    Aber Sie wissen schon, dass man Ihre Bewegung in meinem Land als dschihadistisch, ja sogar terroristisch einstuft?
    Sie im Norden haben doch keine Ahnung! Das zeigt ihre Frage ganz deutlich. Ihre Frage zeugt von Unwissenheit, Voreingenommenheit und Fehlinformation! Aber ich will Ihnen helfen, Ihren Mangel an Wissen auszuräumen. Sie reden von Dschihad. Wissen Sie überhaupt, was der Dschihad ist? In Ihrer nordischen Kurzsichtigkeit sehen Sie den Dschihad vermutlich als einen vom Koran vorgeschriebenen heiligen Krieg gegen Nicht-Muslime, eine vorgeblich heilige Pflicht eines jeden Gläubigen. Wir Schiiten lehnen ein solches Konzept ab. Nur der verborgene Imam kann nach seiner Wiederkehr einen Dschihad zur weltweiten Verbreitung des wahren Glaubens befehlen. Was wir tun können ist nur die Verteidigung gegen Feinde des Glaubens. Dschihadisten können wir Schiiten gar nicht sein. Ein Dschihad in der Gegenwart würde gegen unsere zentralen Glaubensvorstellungen verstoßen.


    Nun sind Sie meiner Frage nach dem Terrorismus geschickt ausgewichen...
    Terrorismus... welch dummdreistes Gerede! Wir Modschtahid distanzieren uns in aller Form vom Terrorismus. Terrorismus ist der Krieg der Feiglinge und der hinterhältigen Mörder. Wir haben das nicht nötig. Wir treten unseren Feinden mit offenem Visier entgegen. Wir legen keine Bomben an Straßenecken oder schicken Kinder mit Sprengstoffgürteln auf belebte Märkte, wenn Sie das meinen.


    Gut, heute distanzieren Sie sich also vom Terrorismus. Aber wie sieht das mit der sogenannten Ersten Generation der Modschtahid aus, die Farnestan zwischen 1972 und 2005 beherrscht hat? Experten werfen ihr vor, 50.000 Menschen umgebracht zu haben...
    50.000 Tote... Wer sagt Ihnen das? Wo haben Sie das her? Ich kann diese Zahl nicht bestätigen. Es ist die Zahl unserer Feinde, der Kuffar, der Ungläubigen! Reine Propaganda, um unsere islamische Bewegung in Misskredit zu bringen.


    Ich will mich mit Ihnen nicht über die Opferzahlen streiten. Aber Sie werden doch nicht leugnen wollen, dass damals unzählige Andersdenkende hingerichtet wurden. Oder etwa doch?
    Wir richten keine Andersdenkenden hin, Herr McGee! Die Hinrichtungen bewegten sich stets im Rahmen des islamischen Rechts und betrafen ausschließlich Straftäter, die sich gegen den wahren Glauben und die legitime Regierung des Imamats wendeten.


    Das heißt, Sie würden auch heute noch Menschen hinrichten?
    Wer sich eines todeswürdigen Verbrechens schuldig gemacht hat, wird hingerichtet. Das gebietet das islamische Recht. Wer wären wir, dass wir uns nicht an die Scharia halten?


    Werden Sie die Scharia auch für Nichtmuslime durchsetzen?
    In unserem islamischen Staat herrscht das islamische Recht. Das ist völlig klar und gilt ohne Abstriche. Im Einklang mit der Scharia gewähren wir jedoch den nichtmuslimischen Schriftbesitzern Religionsfreiheit. Ihre inneren Angelegenheiten können diese Glaubensgemeinschaften eigenständig regeln – aber natürlich im Rahmen der durch das islamische Recht vorgegebenen Gesetze.


    Wie sieht es mit den Ihwan-i-Nur aus? Diese von vielen Beobachtern als dritte muslimische Konfession betrachtete Gruppe wurde während der ersten Herrschaft Ihrer Bewegung brutal unterdrückt. Nach Ihrer erneuten Machtergreifung sollen nur noch wenige übrig sein. Weshalb gingen und gehen Sie so entschieden gegen die Ihwan-i-Nur vor?
    Die Ihwan-i-Nur sind Ungläubige, die mit ihrem gefährlichen Synkretismus gegen das islamische Recht verstoßen. Das sind Kriminelle, die bekämpft werden müssen! Aber selbstverständlich reichen wir Modschtahid jedem die Hand zur Versöhnung, der bereit ist, von seinem verderblichen Tun abzulassen. Islam ist Vergebung.


    A propos Versöhnung: Es heißt, es gebe Verhandlungen mit der Regierung der Republik in Fazar-i-Sharaf. Können Sie das bestätigen?
    Sie fragen nach der sogenannten Regierung der Republik? Wir erkennen diese Gruppierung aus Sozialisten und angeblich islamischen Rechtsgelehrten nicht an. Die rechtmäßige Regierung von Farnestan sitzt hier in Natul. Sie wurde und wird von den Modschtahid gebildet, seit nunmehr 42 Jahren. Die sogenannte Republik Farnestan war nur eine kurze Episode, die bereits in naher Zukunft vergessen sein wird. Um aber auf Ihre Frage zu antworten: Wir Modschtahid reden mit jedem, der aufrichtig versucht, nach den Geboten des Koran zu leben und zu handeln. Wie ich schon sagte: Wir reichen jedem die Hand zur Versöhnung.


    Sie haben meine Frage nicht beantwortet: Gibt es Verhandlungen mit Fazar?
    Wie gesagt: Wir reden mit keiner sogenannten Regierung in Fazar. Es gibt nur eine rechtmäßige Regierung Farnestans. Aber so, wie wir mit Menschen aus Natul, Qosht oder Kandahari reden, reden wir selbstverständlich auch mit Menschen aus Fazar. Wir sind schließlich die Regierung aller Farnestanis...


    Was genau werfen Sie der Regierung der Republik unter dem Obersten Rechtsgelehrten Abdul Karim Shahrani vor?
    Oberster Rechtsgelehrter – dass ich nicht lache! Alleine dieser Titel zeigt doch, was für eine Bande das in Fazar ist. Der Titel suggeriert, es handle sich bei Shahrani um einen hohen Würdenträger des schiitischen Islam. In Wirklichkeit aber ist das nach der Putschistenverfassung von 2006 einfach nur der Name eines weltlichen Staatsoberhaupts, dessen Amt lediglich religiös verbrämt ist. Davon abgesehen tritt die Putschistenbande in Fazar wesentliche Gebote des Heiligen Koran mit Füßen. Nach wie vor hat Shahrani sich nicht von dem antiislamischen Putsch gegen die legitime farnestanische Regierung vor neun Jahren distanziert. Frauen können unter Shahranis Herrschaft ohne Kopftuch in die Öffentlichkeit. Sie können Tanzveranstaltungen besuchen und kleiden sich unschicklich. Und noch etwas: Fazar paktierte und paktiert noch immer mit den Kuffar, den Ungläubigen in al-Bathía. Nein, eine wahre islamische Herrschaft bieten nur wir Modschtahid.


    Sie sprechen von Putschisten. Aber ist es nicht vielmehr so, dass Ihre Bewegung, die Modschtahid, 1972 die Macht in Farnestan gewaltsam an sich riss? Und tat sie dies nicht 2010/2011 erneut?
    Ich möchte mit der jüngsten Vergangenheit beginnen: Was Sie mit den Jahren 2010 und 2011 umschreiben, war keine gewaltsame Machtergreifung. Die Modschtahid waren immer die legitime Regierung des Landes. Es ist den Putschisten vor neun Jahren lediglich mit ausländischer Hilfe gelungen, Natul und einige unbedeutende Gebiete im Norden zu besetzen. Sie sprachen dann vom angeblichen "Sieg" über unsere Bewegung und von der angeblichen "Befreiung" Farnestans. Tatsächlich führten sie das Land vom Pfad der islamischen Tugend weg und öffneten es für die Unmoral! Ganz offensichtlich wurde dieser Verrat, der nicht nur ein Verrat an der wahren Religion ist, sondern auch an unserem Lande selbst, als sich die Putschisten nur ein Jahr nach der – im übrigens äußerst blutigen – Eroberung Natuls mit den Ungläubigen in al-Bathía zusammenschlossen. Ihr Konstrukt nannten sie – welch ein Hohn! – ausgerechnet Vereinigte Islamische Republik. Islamisch war an ihr nur der Name! Allah, der Allmächtige und Allbarmherzige, bestrafte den Hochmut der Putschisten und der Ungläubigen aus al-Bathía, als er 2009 sein Strafgericht sandte, ihr Regime zerstörte und unserer Bewegung in seiner unendlichen Gnade die Rückkehr nach Natul gewährte.
    Ihre Leser mögen sich nun fragen, woher diese Abneigung gegen al-Bathía kommt. Für Sie im Norden, die Sie weit entfernt von Farnestan leben, mag al-Bathía als ein islamisches Land wie unseres erscheinen. Aber täuschen Sie sich nicht! Die große Mehrheit der Bathaner ist sunnitisch geprägt, wir sind Schiiten. Nun gibt es auch in Farnestan zahlreiche Sunniten. Wir gewähren ihnen heute im Rahmen unserer Gesetze Religionsfreiheit. Sie sind frei, ihre Konfession zu behalten und ihren Sitten und Gebräuchen zu folgen, solange sie die Vorherrschaft des schiitischen Islam anerkennen. Einen solchen Frieden unter den Konfessionen gab es nicht immer: In der Zeit vor der Einrichtung unserer islamischen Regierung, jener Zeit also, die sie die 50er und 60er Jahre nennen, herrschte in Farnestan ein blutiger Bürgerkrieg. Sunniten kämpften gegen Schiiten, Milizen aus Ost und West kämpften gegen Kriegsherren aus Nord und Süd. Die Religion galt wenig. Angeheizt wurde der Konflikt immer wieder durch das gottlose sozialistische Haschab-Regime in al-Bathía. Die Machthaber in Samarkand sahen die Möglichkeit, Farnestan ihrem Einfluss zu unterwerfen. 1962 waren sie am Ziel: Ein angebliches Hilfsersuchen von sunnitischen Führern erlaubte ihnen, eine sogenannte "Friedenstruppe" in unser Land zu schicken. Tatsächlich war dies nichts anderes als eine Eroberung, gegen die sich die Modschtahid als aufrechte islamische Kleriker zur Wehr setzen mussten. Unsere Väter griffen also zur Waffe und verjagten die Bathaner aus unserem Land. Ja, 1972 eroberten wir auf gewaltsamem Wege die Macht in Farnestan. Aber doch nur, um die wahre Religion und damit den wahren Frieden in unserem von Allah gesegneten Land durchzusetzen.


    Es sind genau solche Aussagen von der "wahren Religion", von "Tugend" und "Unmoral", die Menschen in Turanien Angst machen. Was können Sie sagen, um ihnen womöglich die Angst vor den Modschtahid zu nehmen?
    Das turanische Volk hat überhaupt nichts von uns zu befürchten. Wir Modschtahid reichen ihm und allen anderen Völkern, die uns und Farnestan wohlgesonnen sind, die Hand. Allah, der Allmächtige und Allbarmherzige, möchte nicht, dass Unfrieden zwischen den Nationen herrscht. Wir Modschtahid möchten dies gleichfalls nicht.


    In der Turanischen Föderation, insbesondere in der Republik Schwion, leben noch immer zahlreiche Exil-Farnestanis, die einst vor Ihrer Bewegung ins Ausland geflohen sind. Wie stehen Sie Ihnen gegenüber?
    Wir reichen auch Ihnen die Hand zur Versöhnung. Wer in die Heimat zurückkehrt, wird hier mit offenen Armen empfangen.


    ... und hat keinerlei Repressalien zu befürchten?
    Repressalien, wie Sie es ausdrücken, hat niemand zu befürchten, der sich an unsere Gesetze hält.


    Das heißt also im Klartext: Wer seiner Überzeugung treu bleibt, wird verfolgt...
    Jeder kann seine Überzeugung haben. Aber das Recht zur freien Meinungsäußerung endet dort, wo durch die Meinungsäußerung der öffentliche Friede gefährdet wird. Ich denke, das ist in Ihrem Land nicht anders. In Farnestan jedenfalls bestimmen Gesetze diese Grenzen, die ihre Inspiration in der Scharia haben.

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    "Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht."

    "Politischer Stillstand ist der Untergang eines jeden staatlichen Gemeinwesens!"

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    Julius Langbehn

    "An Gott glauben nur diejenigen nicht, die ein Interesse daran haben, dass es keinen geben möchte."
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