[Blumenquell - HQ SH] Treffen mit Bernadette Durendal, Empire Outremer

  • "Sie verstehen also den Grund der mich hier her brachte?"


    antwortete Bernadette fast schon resigniert.


    "Umfasst ihr Portfolio auch Militärberatung? Vielleicht wäre das ein Ansatz. Wir brauchen vielleicht einfach nur Reformen. Neuen Wein in alten Schläuchen... Duroc wird vom äußeren Stil kaum abweichen wollen"

  • Militärberatung befindet sich sehr wohl in unserem Portfolio, Comtesse. Darin haben wir sehr grosse Erfahrung und in aller Bescheidenheit darf ich behaupten, dass wir darin MN-weit führend sind.

    Der General des Schwarzen Hahns und damit Vorsitzender des Zwölferrates

    Höchster Schwarzhahnist

  • Bernadette sah kurz auf ihr Handy, nahm eine Pille, trank den Kaffe in einem Rutsch aus und sah traurig in die leere Tasse.


    "Gut. Dann können wir konkret werden. Wir brauchen zwei, sagen wir mal Taskforces. Die eine, wie sie diese personell ausstatten überlassen wir ihnen, für den Prüfungsauftrag einer mittelfristigen Ertüchtigung unserer Armee unter Beibehaltung einer nach aussen gerichteten Tradition. Die andere hätte die konkrete Aufgabe, eine durch die vereinten Streitkräfte mehrerer Staaten durchgeführte Luftla... Friedensmission zu koordinieren."

  • Lässt der Comtesse Kaffee nachschenken.


    Fangen wir bei der zweiten Task Force an, Comtesse. Sie meinen, wir sollen eine Angriffstruppe zusammenstellen, welche eine Luftlandung in einem Drittstaat ausführen muss? Welche Streitkräfte stehen für diese Luftlandetruppe zur Verfügung?


    Der General des Schwarzen Hahns und damit Vorsitzender des Zwölferrates

    Höchster Schwarzhahnist

  • "2000 Fallschirmjäger, bei uns Dargons genannt, die wir für die Operation aus den Divisions a Chaine herauslösen würden, dazu bis zu 5000 Chasseurs a Pied und 5000 Füsiliers. Diese haben wir auf unserer kleinen Festung vor der Küste konzentriert von wo wie sie erst auf die Insel Urien und dann ausf Festland schaffen wollen. Auf Urien können sie mir den dortigen Truppen Anturiens vereinigt werden. Diese wurden von uns überzeugt, dass die gute Sache die unsrige ist."


    Das hatte zwar 20 Millionen Livre gekostet, war aber jeden Denier wert.


    "Dazu kommen Kräfte aus Livornien und Valorien. Falls sie anturisches Kartenmaterial haben, so lege ich das gerne näher dar."

  • Dem General schwirrt der Kopf.


    12.000 Mann leichte Infanterie aus dem EO sind in einer kleinen Festung auf einer Insel des EO. Gut. Diese 12.000 Mann sollen zuerst nach der Insel Uriel dislozieren und werden dort mit anturischen Truppen vereinigt und anschliessend auf das Festland gebracht. Auf das anturische Festland?


    Und wo treffen welche Truppen aus Livornien und wo treffen welche Truppen aus Valorien mit wem zusammen?


    Könnten Sie uns eine Liste erstellen mit allen beteiligten Truppen inklusive deren Ausrüstung mit schweren Waffen und Transportmitteln für Land-, See- und Lufttransport?

    Der General des Schwarzen Hahns und damit Vorsitzender des Zwölferrates

    Höchster Schwarzhahnist

  • In der Truppenführung gibt es gewisse Grundsätze, Comtesse. Einer ist "Einfachheit". Gestatten Sie einen Auszug aus dem Taktik-Lehrbuch des Schwarzen Hahns. Beachten Sie insbesondere die Absätze 5 ff.



    Vorlesung "Einführung in die Taktik"

    Neunter Abschnitt / Allgemeine Grundsätze der Gefechtsführung



    Kapitel 53

    Einfachheit



    Der Unterstellte muss die Absicht seines Vorgesetzten vorerst einmal verstehen, begreifen,und zwar auch unter hoher physischer und psychischer Belastung und ohne ergänzende Erklärungen verlangen zu können. Die kompliziert formulierte Absicht erfüllt diese Forderung nicht und kann deshalb Ursprung sein für falsches Handeln der Unterstellten.


    Form ist aber auch Ausdruck von Inhalt: Komplizierten Aussagen kann kaum hohe intellektuelle Leistung vorausgegangen sein und wird auch wenig Visionäres zugrunde liegen.


    Es braucht die Einfachheit in der Aussage, um Unterstellte von der Qualität des Vorausgegangenen zu überzeugen. Die einfach formulierte Absicht überträgt darum weit mehr als den blossen Willen des Führers, wie zu handeln sei. Sie strahlt auch Kraft aus. Die Kraft, die es braucht, um an das Erfüllen des Auftrages zu glauben.


    Auch etwas Falsches und Unüberlegtes kann selbstverständlich einfach ausgedrückt werden. Aber Unterstellte denken ja mit. Sie machen sich auch Gedanken über das Mögliche und Unmögliche und erkennen, wo Form und Inhalt durch Unvermögen des Führers zusammenhanglos und wo sie durch geistige Leistung verbunden sind.


    Entscheidend für den allgemeinen Grundsatz "Einfachheit" ist aber etwas anderes. Komplizierte Aktionen - charakterisiert vor allem durch häufiges Koordinieren - enthalten so viele Fehlerquellen, dass sie schon darum in den meisten Fällen scheitern. Zu viel hängt bei solchen Aktionen vom reibungslosen Zusammenspiel aller Beteiligten ab, und zu wenig berücksichtigen sie, dass Menschen mit all ihren Fehlern die Akteure sind.


    "Einfachheit" als Grundsatz liegt aber auch im Wesen des Gefechts begründet: es läuft nicht so ab, wie sich das der Führer vorgestellt hat. Verbände fallen aus, der Gegner handelt anders als angenommen, die Umwelt, beispielsweise das Wetter, ändert plötzlich, und auch Unterstellte erreichen ihre Ziele nicht immer.


    Der Führer muss mit solchen Problemen fertig werden. Er kann das innert nützlicher Frist nicht, wenn er eine komplizierte Aktion anpasse muss. Zu viel müsste geändert und befohlen werden. Nur eine einfache Aktion ist mit wenigen Worten und Massnahmen einer neuen Lage anzupassen.


    Der Grundsatz "Einfachheit" gilt immer. Wird er nicht beachtet, fehlt eine wesentliche Voraussetzung, um die Unwägbarkeiten des Gefechts zu bewältigen. Aktionen sind somit so zu planen und zu befehlen, dass Führer und Unterstellte möglichst wenig koordinieren müssen. Diesen Forderungen entsprechen vor allem:


    - möglichst wenig direkt Unterstellte;

    - weitgefasste Aufträge und möglichst viel taktische Verantwortung übertragen;

    - die Zahl der Verbände, mit denen zusammenzuarbeiten ist, möglichst niedrig halten;

    - die taktische Verantwortung für einen Raum nur einem einzigen Führer zu übertragen und

    - Abschnittsgrenzen so zu legen, dass sie die Kampfführung erleichtern.

    Der General des Schwarzen Hahns und damit Vorsitzender des Zwölferrates

    Höchster Schwarzhahnist

  • Das Original dieses Handbuchs befindet sich in der Militärschule des Schwarzen Hahns und ist nur Lehrpersonen und Militärschülern zugänglich.


    Ihre Aktion ist kompliziert, nicht einfach: Es müssen Truppen aus vier verschiedenen Streitkräften unter dem Oberbefehl einer fünften Streitkraft koordiniert werden. Das kann nur funktionieren, wenn diese Truppen vorher monatelang aufeinander eingeschlliffen wurden. Aber so wie von Ihnen dargestellt, wird das nicht möglich sein und so trägt Ihre Aktion den Keim des Scheitern in sich.


    Desolé, Madame la Comtesse.

    Der General des Schwarzen Hahns und damit Vorsitzender des Zwölferrates

    Höchster Schwarzhahnist

  • Hmmmm.


    Dites, Madame la Comtesse, vous voulez attaquer le pays d'Anturie? Bien sûr, ce n'est pas la même chose comme une attaque contre un ami de l'Empire des Trois-Montagnes comme Salem.


    Anturien ist doch ein failed state, ein ideales Angriffsziel für den Schwarzen Hahn - reibt sich in Gedanken die Hände.


    Bei einem Angriff auf Anturien könnten wir schon darüber reden, dies mit unseren beiden Expeditions-Divisionen zu machen. Man müsste natürlich sicherstellen, dass die anturischen Atomwaffen zuallererst in unseren Gewahrsam kommen, nicht dass damit noch Unfug angestellt wird.

    Der General des Schwarzen Hahns und damit Vorsitzender des Zwölferrates

    Höchster Schwarzhahnist

  • "All dies mag richtig sein, doch seht, ich bin nur eine Botin die Sondierungen führt, ich kann es selbst nicht beurteilen, ich gebe das so weiter, ich glaube euch eure Expertise einfach so."


    worauf sie eine längere Nachricht in ihr Handy tippte und dabei in eine fast schon unkeusche Lage zu rutschen begann die aber sogleich berichtigte wurde als sie es merkte.


    "Danke für diesen Moment, General. Ich möchte nun mein letztes Anliegen vorbringen. Wir, also das Empire gedenken, den Zustrom Nericanischer Einwanderer dadurch abzuschneiden, das wir den ehemaligen Kolonialgebieten der jetzt in Barnstorvia aufgegangenen historischen Landschaften Gransonce und Verdon, die Gebiete Morcia und Bechar die Gelegenheit geben, unter den Schutzschirm des Empire Outremer zu schlüpfen. Die dazu ggf. notwendigen Militärischen Ressoucen würden wir gerne zukaufen, auf eine weltweite Auschreibung würden wir aber gerne verzichten. Könnten Sie sich vorstellen zum Bieterkreis zu gehören?"


    Ich wäre befugt, hier noch heute den Zuschlag zu erteilen.

  • Zieht ein überhebliches Gesicht.


    Dieses Morcia, das früher eine Kolonie von Grasonçe war, ist Niemandsland. Wir gehen davon aus, dass dort anarchistische Strukturen mit Warlords und Clans herrschen. Mit solchem Gesindel sind wir vor dem Mittagessen fertig, Madame. Aufstandsbekämpfung ist unser Kerngeschäft.


    Neben Morcia, wo früher die verdonische Kolonie Béchar war, ist heute aber Kijanibonde. Das ist zwar auch ziemlich instabil, ist aber immerhin vorhanden und hat auch Protégés in Gran Novara, weshalb bei Operationen auf dem Territorium von Kijanibonde eine gewisse Zurückhaltung geboten ist.


    Sollen wir dieses Morcia für das Empire-Outremer in Besitz nehmen? Wir selbst haben dort keinerlei territoriale Ambitionen; wir sind gerne etwas weiter weg von Küsten und Meeren. So riskieren wir keine massiven Überraschungsschläge durch irgendwelche uns feindselig gesinnte Flugzeugträgerkampfgruppen aus Astor oder Dreibürgen für den Fall, dass diese Imperialisten und Neokolonialisten Weltpolizei spielen möchten.

    Der General des Schwarzen Hahns und damit Vorsitzender des Zwölferrates

    Höchster Schwarzhahnist

  • Comtesse, wegen der Anturienaktion und der Sicherung der dortigen Atomwaffen durch uns sind wir meines Wissens noch nicht weitergekommen.

    Der General des Schwarzen Hahns und damit Vorsitzender des Zwölferrates

    Höchster Schwarzhahnist

  • "Meinen Informationen nach, und ich möchte Sie bitten mich zu korrigieren, sollte ich mich denn irren, ist lediglich der östliche Teil Béchars unter novarischem Einfluss, im westlichen herrscht das bereits skizzierte Chaos mit Warlords, Sklaverei, Menschenhandel... nur in diesem Teil des Landes herrscht ein aufzupumpendes Machtvakuum, beim östlichen Teil ist die von ihnen angesprochene Zurückhaltung sicher das Mittel der Wahl. Eine Inbesitznahme des Gebietes ist also durchaus erwünscht. Es wäre schön, wenn sie einen Projektplan mit den wichtigesten Meilensteinen erstellen ließen, ich würde es dann pro forma in Corinnis von der Kaiserin entscheiden lassen. In Anturien käme uns ihre Expertise zu pass, die Besetzung von Urien hat allerdings schon begonnen. Die dortigen Atomwaffen und der Flugzeugträger sind bereits in unserer Macht, die auf Urien stationierten Truppen werden in eben diesen Minuten mit den unseren amalgamiert. Der Connetable war der Zugriff auf große Teile der Flotte wichtig. Wir würden das Festland danach in vier Sektoren teilen wollen ....."