Beiträge von Hans von Brunnstatt

    Sigurd Thorwald und @Lucius Isselstein

    Schweizerische Militärgeschichte, konkret der Bataillone der Infanterie von 1874 bis 2003. Diese Bataillone waren regional sehr stark verankert; Generationen von Männern leisteten Dienst in diesen Einheiten. Beispielsweise dienten alle zur Infanterie eingezogenen Männer aus dem Kanton Uri im Füsilierbataillon 87, die aus dem aargauischen Bezirk Zofingen im Füsilierbataillon 55 usw.


    Früher habe ich mich stark mit den sogenannten Fremden Diensten beschäftigt. Bis weit ins 18. Jahrhundert war das wichtigste Exportgut der Schweizerischen Eidgenossenschaft der Söldner. Die letzten vier schweizerischen Söldnerregimenter wurden erst 1859 aufgelöst; sie standen in Diensten des Königs von Neapel. Die Prügelstrafe wurde übrigens in diesen Regimentern bis zur Auflösung 1859 praktiziert - im Königreich Preussen wurde die Prügelstrafe bereits 46 Jahre früher abgeschafft.

    Oh, ich habe vor, noch sehr lange in den MNs zu verweilen und mit dem SHL habe ich eigentlich mein ideales Refugium gefunden. Und Turanien und dessen Community gefällt mir auch sehr gut. Ich kann halt einfach nicht die Aktivitätsbombe sein. Sollte das einmal ändern, kann ich mir durchaus einen Einstieg in Turanien und dort in Schwion vorstellen. Geplant habe ich das schon einige Male, aber eben, die Zeit ... Es ist ja auch nicht nur die Zeit (ich bin nicht Sklave meiner Arbeit und meiner privaten Interessen), sondern zeitweise bestehen halt auch andere private Interessen. Aktuell betreibe ich gerade historische Studien, die ich durchaus auch in Buchform später einmal veröffentlichen möchte.


    Turanien funktioniert auf einem mir sehr zusagenden "medium level", d.h. es steppt nicht der Bär, aber es schläft auch nicht ein. Das hat sich über die Jahre hier so eingespielt und ich empfinde das als sehr angenehm (was ich ja bereits früher einmal gesagt habe). Aktivitätsbomben gibt es ja nur bei neuen Foren, wenn überhaupt, und dort ist die Tendenz, dass alles ins sich zusammenfällt wie ein Feuerwerksvulkan an Sylvester. Und einsame Foren (d.h. nicht in einem Forenverbund wie hier) sind zum Tode verurteilt und eine traurige, aussichtslose Sache (trotzdem wird es immer wieder versucht, ich staune).


    Hier mit diesem Forenverbund (und in anderen solchen Forenverbünden) ist eine ausgeglichene Form für das Mitspielen in den MNs gefunden worden, die sich langfristig bewährt.

    Wobei es stark darauf ankommt, wie die Reisegruppe zusammengesetzt ist. Nach meinem Empfinden macht es einen sehr grossen Unterschied, aus welcher Ecke die Deutschen kommen: Der absolute Burner sind die Berliner; die lieben wir schon alleine wegen dem Dialekt von denen; denen liege ich förmlich zu Füssen. Mit den Norddeutschen können wir wenig anfangen und das ist wahrscheinlich gegenseitig (merke ich auch hier in den MNs, der Kulturunterschied ist zu gross und so Leute wie Peer Steinbrück, die mit der Kavallerie bei uns einfahren wollten, sind wenig beliebt. Ein Süddeutscher würde sowas nie sagen.). Erstaunlicherweise glaube ich auch 30 Jahre nach der Wende noch gewisse Ressentiments von "Westdeutschen" gegenüber älteren "Ostdeutschen" zu spüren; selber habe ich es mit den Ostdeutschen immer gut. Die Deutschen selber zeigen eine starke Neugier uns Schweizern gegenüber, empfinden uns aber nicht selten als etwas arrogant (wohl nicht ganz unberechtigt). Unsere Kaufkraft ist wegen der Hochpreisinsel, aus der wir stammen, im Osten natürlich enorm und das sieht dann schnell nach Angeberei aus wenn uns das Geld locker sitzt.


    In Moldawien waren wir nur 15 und recht international (Luxemburg 1, Österreich 4, Schweiz 3, USA 1, Süddeutschland und Brandenburg 6), war eine Supergruppe. Am Schlimmsten war bis jetzt eine Single- und Alleinreisende-Gruppe ins Baltikum; die deutschen Männer waren schwer in Ordnung, hingegen die Frauen (meist Alleinerziehende oder Typ Old Maid) - waren noch schlimmer als deren Pendants bei uns in der Schweiz. Gott erbarme sich mit dem Mann, der so einer in die Hände fällt!

    Besten Dank. Aber die sehen sich nicht als Südost-Europa. Sag das einem Rumänen nicht. Das ist Osteuropa. Für nächstes Jahr plane ich dann Weissrussland und eventuell tiefer nach Russland hinein, Kasan und/oder Ural (der Baikalsee ist mir noch zu weit weg). Leider gibt es wenig Anbieter für solche Studienreisen, wobei Studiosus langsam Neues hinzufügt. Mit EOL war ich 2017 in Wolgograd (Mutter Heimat-Statue, Soldatenfriedhof Rossoschka mitten in der Steppe, Pawlow-Haus usw.) und Rostow am Don archäologische Fundstätten, Gedenkstätten vom Krieg, Tschechow-Geburtshaus usw.). Grundsätzlich geht das immer über deutsche Reiseanbieter und hat dementsprechend ein sehr hohes Niveau. Bei uns gibt es keine Anbieter (und keine Nachfrage) für solche Reisen.


    Diese Reisen sind immer sehr interessant und man hat als Schweizer ja einen doppelten Kulturschock: einen wegen des Ziellandes und den anderen mit der deutschen Reisegruppe. :P

    Ich melde mich für die Zeit vom Mittwoch, 4. September bis und mit Sonntag, 15. September 2019 ab. Rundreise Maramuresch - Bukowina - Podolien (u.a.Kamenez-Podolski, Schauplatz des wandernden Hubekessels März 1944) - Karpatenukraine (u.a. Besuch bei den Huzulen) - Lemberg.

    Ich bin nicht sicher, ob wir aneinander vorbeireden. Wenn ich dieses Forum anklicke, dann lebt es. Vielleicht aktuell nicht gerade in Neuturanien, aber an anderen der vielen Orte. Es ist was los, was ich an den neuen Beiträgen oben rechts sehe. Ob was los ist in jenem Unterforum oder in einem anderen ist dabei primär mal egal. Aber dieses Forum lebt. Im Unterschied z.B. zum Eldeya-Forum, wo halt eben weniger Auswahl ist, weshalb schnell die Aktivität zusammenbricht.


    Ich mache vielleicht den Vergleich des Forenverbunds mit dem Einkaufszentrum. Dort kann man ja auch von einem interessanten Geschäft zum nächsten wechseln und findet im ganzen Einkaufszentrum irgendwas, was einem behagt: Läden jeder Couleur (Schuhe, Lebensmittel, Schmuck, Bücher, Elektronikartikel), Sportcenter, Restaurants, Unterhaltung für die Kinder usw. Dagegen ist ein Forum wie das von Eldeya (nicht die MN Eldeya selbst!, sie könnte ja auch in einem Forenverbund sein) eine der fünf Dorfbäckereien, die eigentlich keiner mehr braucht, weil man eh im Einkaufszentrum alles holt, weil es dort alles hat. Und deshalb geht auch eine Dorfbäckerei nach der anderen ein, um im Bild zu bleiben.

    Und bin ziemlich bald in den Freistaat weitergewandert, weil in Neuturanien jedenfalls seit ich dabei bin, einfach gar nichts los war. [...] Ich glaube daher nicht, dass zusammengelegte Foren wirklich einen Unterschied machen, außer vielleicht weniger Aufwand für die Administration.

    Aber eben, du bist innerhalb des Turanienforums geblieben. Du bist ein turanischer Spieler geblieben, halt in einer anderen Organisationseinheit, und trägst hier zur Aktivität bei. In Eldeya wärst du ganz aus dem Forum weg gewesen. Hier generierst du Aktivität, dort hättest du das nicht gemacht.


    Auch ich trage hier zur Interaktion bei, seit mir mit dem SH in diesem Forum ein Refugium geboten wurde. Ohne das wäre ich nicht hier. Und meine Aktivität und die daraus generierte im SH-Land, in Valorien, in Bengali und im Simoff wäre nicht vorhanden. Das ist doch als positiv zu verbuchen (hoffe ich doch!).


    Das meine ich mit dem Vorteil von Forenverbünden.


    Lars Thomasson

    Archivieren ist sicher besser als löschen, da bin ich gleicher Meinung. Wichtig scheint mir einfach - es sei wiederholt - dass die MN so gestaltet ist, wie es den Spielern passt und nicht, dass die Spieler in ein enges Korsett gepresst werden (was sie mit Wegzug quittieren würden).

    Wichtig ist, dass es den Leuten hier wohl ist. Das ist der Fall, wenn ein angenehmes Klima unter den Mitspielern herrscht, sich ein Spieler hier verwirklichen kann und eine minimale Anzahl von Mitspielern vorhanden ist, mit denen man sich austauschen kann.


    Die MN muss für die Spieler da sein, nicht die Spieler müssen für die MN da sein. Damit meine ich, dass wenn einer Freude an einer Untereinheit wie Flandrien, Bengali oder Underbergen hat, dann soll er diese Freude ausleben können. Für ganz falsch würde ich es halten, wenn man jetzt das System straffen und alles auf die Turanische Föderation (oder noch schlimmer: einen Teilstaat derselben wie z.B. den Freistaat Turanien) zusammenkürzen würde. Dann würden alle hier ihre liebgewonnen Spielwiesen verlieren und müssten zwangsweise im zusammengekürzten Spielteil mitmachen. Und weil das den Spielern nicht gefallen würde, wären sie in kürzester Zeit weg.


    Ich wiederhole mich: die MN muss nach dem Gusto der Spieler sein, sonst wandern die Spieler ab. Das ist doch egal, ob jetzt z.B. Underbergen nur gelegentlich bespielt wird, solange es Spass macht, Underbergen gelegentlich zu bespielen. Ist eine Untereinheit jahrelang tot, kann man sich überlegen, sie aus dem Forum zu kippen (was aber z.B. Albernia mit Medea nie gemacht und sich damit die Option für eine Bespielung offen gehalten hat, m.E. richtigerweise).


    Die Schaffung von Untereinheiten (in- und ausländischen wie hier) kommt auch dem Wunsch der allermeisten MN-Spieler nach, a) über ein "eigenes Reich" verfügen zu können und b) eine kulturelle Auswahl zu haben. Weil es immer mehr Untereinheiten als Mitspieler gibt, kann sich einer, so er den will, in ganz verschiedenen kulturellen Organisationseinheiten verwirklichen. Das entspricht ganz offensichtlich einem Bedürfnis der MN-Spieler und ist deshalb historisch so gewachsen. Beispiele sind: etwas Französisches Freeland/Astor, Valorien/hier, etwas Tropisches San Bernardo/hier, Westliche Inseln/DU, südliches deutsches Sprachgebiet bis hoch ins Skandinavische hier, in der DU, in Dreibürgen usw..


    Die Zusammenfassung dieser Untereinheiten in einem einzigen Forum (was ja sehr schnell passierte mit Ratelon/DU, Dreibürgen, Turanien, teilweise Astor, Livornien) bündelt Kräfte, eben weil die Spieler, wenn ihnen das eine verleidet ist (z.B. Neuturanien/Island) innerhalb der selben Spielergemeinschaft unmittelbar wechseln können zu etwas völlig anderem (z.B. San Bernardo oder ein rätoromanisches Konstrukt wie Ascaaron). Damit geht ein Spieler nicht verloren. In Astor z.B. wechseln viele Spieler immer zwischen den Staaten (und den Parteien). Diese Wechselmöglichkeit ist wichtig, um den Spielerpool zu erhalten.


    Auf der anderen Seite ist eine MN, die nur aus einem oder zwei Spieler in einem eigenen Hauptforum besteht, heute erfahrungsgemäss derart isoliert, dass dort praktisch keine Interaktion vorkommt. Falls man überhaupt sich auf diese toten Foren verirrt, stösst man dann auf den Alleinherrscher, der es so und nicht anders haben will und man verschwindet sehr bald wieder, weil a) niemand mit einem spielt, b) falls doch, es nach dem Willen des Forenerstellers gehen muss und c) falls man dagegen was sagt, die Stimmung ungemütlich wird. Beispiele hier sind Stralien, Kush/Caledonien, Verland, Eldeya, früher sehr typisch Irkanien, Futuna, Aurora. Es ist also für die Leute ganz offensichtlich angenehmer, in Neuturanien zu spielen als in Eldeya, eben weil man in Neuturanien auch noch auf den ersten Blick das ganze sehr vielfältige Turanienforum sieht und dort mitdiskutieren kann. In Eldeya hingegen schläft man ein.


    Es ist nicht so, dass die MNs nicht funktionieren. Turanien, Dreibürgen, Livornien, Astor und die DU haben immer funktioniert. Die Gründe dafür habe ich oben aufgezählt. Was nicht (oder möglicherweise nicht mehr) funktioniert sind die isolierten Foren wie Kush/Caledonien des Threaderstellers. Diese Zeiten sind vorbei.

    Mal was ganz anderes. Vielleicht kann mir ja einer von euch helfen. Es geht um Gegenwartsliteratur. Ich verzweifle.


    Ich kann nicht erkennen, wer die grossen Schriftsteller unserer Zeit sind. Gehe ich in unseren Schweizer Städten in die grossen Buchläden und frage nach den bedeutendsten deutschsprachigen Literaten, bekomme ich die Antwort, es gäbe keine. Böll, Dürrenmatt und Frisch - das mussten wir in den 80ern in der Schule lesen. Aber seither sind 30 Jahre vergangen. Der Zweite Weltkrieg ist nun doch über 70 Jahre her und 68 auch schon über 50 und doch drücken dieses Thema bzw. diese Autoren immer noch durch.


    Wo sind die jungen Cracks der Literaturszene? Gibt es wirklich keine? Was muss heute ein deutscher Abiturient an Gegenwartsliteratur lesen?