Beiträge von Hansgar von Ribbenwald

    Cher chön...


    Schüleraustauschprogramme sind immer sehr gefällig, da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Im Interesse der Vielfalt unserer Föderation lege ich Ihnen da natürlich nahe, nicht nur Schulen aus Turanien herauszugreifen, sondern auch solche in den anderen Föderationsländern.

    Das ist soweit richtig, ja. Zweigstellen melden Ihre Tätigkeit beim Wirtschaftszentrum der Föderation an und unterliegen dann ggf. der hiesigen Steuerpflicht. Aber einer Genehmigung bedarf es bei der aktuellen Gesetzeslage nicht.

    Wenn die besagten Zweigstellen oder Tochterunternehmen hierzulande Arbeitsplätze schaffen, wäre sicherlich eine gewisse Art von Anschub-Unterstützung denkbar. An sich hält sich die Föderation allerdings mit Eingriffen in die Wirtschaft weitgehend zurück, wenn man von staatlichen Unternehmen absieht.

    Wird die Vase bei nächster Gelegenheit irgendeinem wohltätigen Zweck spenden. Die armen Leute...


    Wenn ich das... äh... Körperschaftsgesetzbuch – ich meine Paragraf 7 – richtig interpretiere, ist eine Gründung von Tochterunternehmen schon bisher gar kein Problem. Selbst die Tätigkeit von pottyländischen Wirtschaftsunternehmen ohne rechtlich selbständige Töchter in Turanien ist bei der geltenden Rechtslage unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

    Ich sehe schon: Hier spricht ein Kenner!


    Nimmt eine Whisky-Flasche und zwei passende Gläser aus dem Schrank, gießt großzügig ein und hält Reis das eine der beiden Gläser hin.


    Wenn Sie den entsprechenden Kontakt zu Dope herstellen können – ich wäre nicht abgeneigt.

    Für Bier wäre das Hofbräuhaus der geeignetere Ort. Die Hofburg dagegen...


    Geht zu einem verschlossenen Wandschrank und öffnet beide Flügel weit genug, damit Reis einen Blick auf den Inhalt werfen kann.


    ... bietet eine Vielzahl an hochprozentigen Spirituosen aus dem In- und Ausland. Für Gelegenheiten wie diese.

    Wonach ist Ihnen? Whisky aus Glenverness? Oder ein Schatz aus einheimischen Brennereien? Weinbrand Sankt Bernhard? Königsberger Wolfswurz? Schwionisches Gebirgswässerli?

    Der Fotograf des Präsidialamts dokumentiert alles durch zahlreiche Fotos. Ribbenwald nimmt den Füllfederhalter von Reis, grinst präsidial in die Kamera und setzt in schnörkelig-perfekter Schönschrift seinen "Hansgar" unter das Vertragsdokument.


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    Blickt zufrieden auf seine Unterschrift, lächelt noch einmal in die Kamera, schüttelt Reis die Hand und grinst noch einen Moment professionell weiter. Dann reicht er Reis erneut den Füllfederhalter.


    Hier, den dürfen Sie behalten. Als Erinnerung.

    Danke, mein lieber Reis.


    Zwei Beamte betreten das Büro. Einer positioniert sich, um Fotos machen zu können, während der andere dem Präsidenten eine Dokumentenmappe reicht. Darin enthalten: der Vertrag.


    Vertrag zwischen dem Königreich Pottyland und der Turanischen Föderation


    Präambel:

    Als Grundlage für gute Beziehungen beider Vertragspartner und aufgrund des Willens ihrer Repräsentanten, diese Beziehungen zu festigen und auszubauen, schließen das Königreich Pottyland und die Turanische Föderation folgenden Vertrag.

    Dieser Vertrag dient dazu, beide Länder (im Vertrag auch als Vertragsstaaten, Unterzeichnerstaaten bezeichnet) in näheren persönlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontakt zu bringen und die Beziehungen weiter auszubauen. Er ist ein Zeichen der gegenseitigen Achtung und Wertschätzung sowie eine Festigung der gegenseitigen Anerkennung.


    Artikel 1 - Die persönliche Ebene

    Bürgern und Repräsentanten der Vertragsstaaten ist es gestattet, sich frei in den Ländern der Vertragsstaaten zu bewegen und niederzulassen. Es bedarf nicht der Erteilung eines Visums oder einer Aufenthaltserlaubnis. Näheres bestimmen die jeweiligen Gesetze der Vertragsstaaten.


    Artikel 2 - Die politische Ebene

    (1) Die Vertragsstaaten erkennen sich gegenseitig als eigenständige, souveräne Staaten an.

    (2) Es wird festgehalten, dass es untunlich ist, sich in die inneren Angelegenheiten des jeweils anderen Vertragsstaates einzumischen. Es ist jedoch zulässig, höfliche Vorschläge für Regelungen zu unterbreiten oder Missfallen zu einer staatlichen Handlung, die gegen allgemeine Menschenrechte zu verstoßen droht, zu äußern.

    (3) Die Vertragsstaaten sind sich einig, dass sie eine friedliche Außenpolitik führen wollen und stets versuchen, Konflikte auf internationaler Ebene diplomatisch zu lösen. Die Vertragsstaaten unterstützen sich hierbei gegenseitig, sofern dies vom betroffenen Vertragsstaat gewünscht wird.

    (4) Es wird festgehalten, dass keine Seite geheimdienstliche Tätigkeiten in dem anderen Land durchführt.

    (5) Für die Vertragsstaaten besteht keine Unterstützungspflicht im Verteidigungsfalle des jeweils anderen Vertragsstaates. Freiwillige Hilfeleistungen sind allerdings möglich.

    (6) Die Vertragsstaaten ermöglichen den Austausch von Botschaftern. Die ausgetauschten Botschafter unterliegen auf dem Gelände der Botschaft der Gesetzgebung des entsendenden Vertragsstaates, müssen sich aber außerhalb des Geländes im Rahmen der Gesetze des Gastlandes bewegen. Botschafter besitzen diplomatische Immunität, die nur in Ausnahmefällen von der Regierung des entsendenden Staates aufgehoben werden kann.


    Artikel 3 - Die wirtschaftliche Ebene

    (1) Beide Vertragsstaaten verzichten auf Strafzölle auf Produkte des jeweils anderen Vertragsstaates und vereinbaren Einfuhr- und Ausfuhrzollminderungen.

    (2) Weitere Zollerleichterungen und gegebenenfalls ein Wegfall von Zolleinschränkungen werden ggf. in einem separaten Abkommen geregelt.

    (3) Der Tourismus beider Vertragsstaaten untereinander soll gefördert werden.


    Artikel 4 - Die kulturelle Ebene

    (1) Beide Vertragsstaaten vereinbaren einen großzügigen kulturellen Austausch auf allen Ebenen, um allen Bürgern das Wesen und die Eigenheiten der anderen Nation näherzubringen.

    (2) Als wichtige Aspekte des kulturellen Austausch gelten unter anderem Schüleraustauschprogramme, Studien-, Sprach- und Kulturreisen, Sportveranstaltungen, Ausstellungen sowie Gastspiele von Künstlern.

    (3) Beide Vertragsstaaten ermöglichen ein Programm zur Städtepartnerschaft. Die Städte der Vertragspartner gelten als ermächtigt, mit Städten des anderen Vertragspartners entsprechende Abkommen zu vereinbaren.


    Artikel 5 - Organisatorisches

    (1) Die Vertragsstaaten verpflichten sich, diplomatisches Personal des Vertragspartners bei der Erfüllung seiner Aufgaben jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen, soweit dies nicht zu einer innerstaatlichen Interessenskollision führt.

    (2) Der Vertrag tritt mit der Unterzeichnung und Ratifikation beider Unterzeichnerstaaten in Kraft.

    (3) Der Vertrag hat ab dem Tag der Ratifikation beider Länder unbegrenzte Laufzeit.

    (4) Die Kündigung bedarf der Schriftform und einer Begründung. Die Wirkung der Kündigung des Vertrags tritt 3 Wochen nach Bekanntgabe gegenüber dem anderen Vertragspartner ein, es sei denn, die Vertragspartner einigen sich auf einen früheren oder späteren Zeitpunkt des Wirksamwerdens.


    Für das Königreich Pottyland:



    Für die Turanische Föderation:



    So, mein lieber Reis, dann lasse ich Ihnen mal den Vortritt...


    Macht eine einladende Geste und reicht Reis einen Füllfederhalter in den turanischen Nationalfarben.

    Die a.tur-Nachrichten zeigen Präsident Ribbenwalds Besuch auf dem Turaner Hauptfriedhof am gestrigen Abend. Das christliche Fest Allerheiligen am 1. November gilt in Turanien traditionell als Totengedenk- und Volkstrauertag. Man besucht die Gräber der Verstorbenen und erinnert an die Gefallenen der Kriege.